Der Tod

Im Schamanischen ein Spirit, sogar ein weißer Ratgeber der Gestalt annimmt. Der auch gerne um Rat gefragt wird und durchaus wertvolle Tipps geben kann.

 

Er taucht auf, wenn Altes gehen darf…egal in welchen Bereichen. Aber ebenso taucht er auf, wenn Gefahr droht und er darauf wartet die Seele begleiten zu dürfen.

 

Zu Beginn meiner schamanischen Ausbildung gab es die Reise zum eigenen Tod. Das heißt, wenn sich nichts verändert, alles so bleibt wie es ist…wie schaut es dann aus, wenn ich die Ebenen wechsele.

 

Es ist nichts in Stein gemeißelt und auch wie krass mein Abgang ausschaut, so ist es neutral anzusehen und veränderbar.

Diese Reise wollte ich nicht alleine machen, bat meine Lehrerin um Begleitung. Wieso? Weil ich durchaus in meinem Leben mehrfach auf ihn getroffen bin. Ob selbst als Fahranfänger bei einem schweren Autounfall, den ich komplett unverletzt erlebt habe; ob in der Familie durch den Tod meines Vaters und eben durch den Tod meiner Tiere. Bisher sah ich den Tod als Feind an. Er nimmt, statt zu geben und das ungefragt, ohne zu verhandeln und ohne Widerworte, von jetzt auf nu. Was er hinterlässt? Leere, Schmerzen…ein Platz der aufgefüllt werden darf, ob mit Liebe oder mit etwas anderem. Was eben wieder Leben erweckt.

 

Als ich in der Tat auf ihn traf musste ich schmunzeln, da lag er in dem Bett der 90-Jährigen Nadia. Eine Gestalt die so gar nicht den Tod symbolisierte. Durchaus eine nette Erscheinung und recht cool im Auftreten. Seine Gestalt schaut bei jedem anders aus, so ist meine Gestalt nicht die gleiche wie bei meiner Lehrerin oder meiner Kollegen. Ich denke er erscheint so, wie es jeder verkraftet. Und bei mir wusste er, dass ich ihn so wohl durchaus anerkennen kann. Er führte mich ins Totenreich, aber nur ein Stück…das andere blieb mir verschlossen. Dort war es unwahrscheinlich fröhlich und in liebevoller Energie. Die Seelen tanzten und lachten. Ich setzte mich an ein Lagerfeuer mit ihm und er beantwortete mir meine Fragen. Ebenso galt es noch eine Abmachung zu schließen. Wann darf er auftauchen? In der Arbeit mit Klienten; etwa bei mir selbst, wenn ich in Todesgefahr bin; oder bei meinen Lieben?

 

Ich wollte jetzt nicht drüber nachdenken und bat ihn darum mir Zeit zu lassen. Er sagte mir das durchaus noch keine Eile ist und ich mir alles in Ruhe überlegen kann. Das war bis jetzt 5 Monate her. Ehrlich gesagt wusste ich auch nicht was ich wirklich wollte. Was ist, wenn er plötzlich durch das Feld spaziert? Wie verklickere ich das einem Klienten, bin ich mutig genug? Ebenso wie nehme ich das auf, wenn es bei mir oder meinen Lieben ist? Was mir jetzt klar war, es ist verhandelbar…vielleicht nicht immer, wenn die Seele diese Erfahrung machen soll, an dieser Krankheit zu sterben und es diese Lernerfahrung ist…nein, dann lässt er sich auf keinen Deal ein.

Ich merke durch die Ausbildung ihn durchaus anders anzusehen…er ist kein Feind, auch wenn die Schmerzen und die Trauer die wir fühlen durchaus menschlich sind. Obwohl ich immer noch im Zwiespalt bin, dafür bin ich aber eben Mensch.

 

Nun ich begegnete ihm seitdem noch 2-mal. Das 1-mal bei einer Aufstellung. Da schnürte es mir gleich die Luft ab, weil ich dachte „stopp…Du nimmst mir keinen mit“ So easy wie er sprach, machte er mir erstmal klar, dass es hier um etwas ganz anderes geht. Eine Ansicht von etwas, wie sie zu sein scheint hier gehen zu lassen. Ich war beruhigt und dachte mir „gar nicht so übel, er kann echt gute Ratschläge geben“.

 

Das 2-mal ist erst ein paar Tage her. Meinem Hundekind ging es nicht gut, es war in ärztlicher Betreuung und obwohl die Ärztin sagte es ist alles gut (dazu möchte ich erwähnen, dass ich die Tierärztin förmlich darum gebeten habe, nochmal genauer zu schauen und intensiver zu untersuchen), sah ich ihn auf der Reise…Moment…ich spürte ihn, er versteckte sich hinter dem Baum, denn die Abmachung war ja noch nicht klar geregelt. Doch ich wollte ihn nicht sehen, obwohl ich seine Energie spürte und eine verdammte Angst bekam.

 

Ich bat meine Lehrerin zu schauen, sie reiste für mich und es kam „ich konnte nichts tun“. Da sie wirklich alles sieht und bisher immer Verlass war auf das, was sie für mich tat. War mir klar, sie sieht ihn, darf es mir nur nicht sagen. Weil es mein Plan war, ich wurde zum (Ver) Handeln aufgerufen, ich war hier gefragt. Sie sagte nur als ich voller Panik meinte „Du hast den Tod gesehen“ „hör auf so panisch zu reagieren, Deine Kleine braucht Dich jetzt“. Meine Spirits wussten, hier muss keiner einschreiten, ich werde handeln und auf mich ist Verlass.

 

Ich entschied mich Montagmorgen mit meinem apathischen und völlig fieberten Hundekind 60km entfernt in die Hundeklinik zu fahren, so packten mein Mann und ich unser krankes Hundekind ein und unseren Hundebuben und fuhren los. In der Klinik angekommen spürte ich ein Unwohlsein, ein nicht ernst genommen. Wieder jemand der nicht auf mich hört und das alles als nicht kritisch einstuft. Nach einem Telefonat mit einer unwahrscheinlich lieben Person, einen wertvollen Tipp zweier Ärzte bekommen. Die nicht lange gezögert haben und sich meinem 17 Wochen altem Hundekind angenommen haben. Es war kritisch, eine Vergiftung durch Spuren von Rattengift, ohne handeln und abwarten wäre es tödlich gewesen.

 

Heute der Anruf der Tierärztin, die erleichtert meine Worte aufnahm, dass mein Hundekind sich besser fühlt. Zwar noch müde, aber wieder Appetit hat und eben wesentlich aktiver als die letzten Tage ist. Dann die Antwort „sie ist erleichtert, denn sie war sich nicht sicher, ob sie es schafft"

 

Ich habe erstmal geheult, aus Erleichterung aber auch aus Schmerz…der Gedanke sie mit 17 Wochen zu verlieren…undenkbar. Ich beobachte sie seit gestern, wie sie atmet, wie sie schläft, wenn sie ihr essen mit Appetit isst und wenn sie wieder Interesse an ihren so heiß geliebten Spielsachen zeigt.

 

Dankbar Menschen gefunden zu haben, die mich ernst genommen haben. Dankbar Menschen an meiner Seite zu haben, die mich und mein Hundekind in dieser Zeit energetisch und gedanklich unterstützt haben und es auch jetzt noch tun.

Meine Lernerfahrung daraus? Dass niemand mehr das Recht hat, sich über meine Autorität und Wahrnehmung zu stellen. Sollte ich das Gefühl haben, dass es zu wenig ist wie nötig, werde ich dafür einstehen und es ggf. eindringlich fordern.

Heute auf der Reise in der "nichtalltäglichen" Welt war ER auch da, er lächelte…winkte mir zu und sagte „gut gemacht“ und verschwand

Mein erster Gedanke „Danke, das ich verhandeln durfte und wir 2 haben wohl noch eine Absprache zu klären“

Dann überreichten mir meine Spirits mein Hundekind und legten es in meine Arme…

 

In mir ist gestern etwas gestorben. Die Ansicht, dass ein anderer wissen kann, was gut für mich ist. Auch, wenn das fachliche Wissen dahintersteckt. Ebenso ist etwas in mir neu geboren. Eine neue Kraft, nämlich für das einzustehen wie ich fühle und denke es zu benötigen. Egal wieviel Aufwand dafür nötig ist, ich gebe erst still, wenn ich mich sicher fühle.

 

Die Lernerfahrung war nicht die, das mein Hundekind die Ebenen wechselt, sondern ich lernen darf auf meine Wahrnehmung zu vertrauen, wenn sie auch noch so unsinnig meinem Gegenüber zu erscheinen mag