Gelebte Liebe

Seit ich denken kann, bin ich mit Tieren aufgewachsen. Katzen begleiteten mich mein Leben lang. 

Als ich 3 Jahre war, zog ein total verlauster und verflohter Kater ein. Meine Mutter meinte damals, er kommt weg, wir hätten ja schließlich noch 4 Katzen. Ich war total entsetzt, weil ich diesen Kater nicht hergeben wollte und bekam die Auflage "erst, wenn Du das stottern aufhörst, wird er bleiben"

 

Der Kater half mir von heute auf Morgen nicht mehr zu stottern, so sehnlichst war mein Wunsch ihn zu behalten. Jedes Tier was danach einzog, schleppte ich an. Irgendwie waren sie auf einmal in unserem Garten und gingen nicht mehr weg...weil es irgendwer heimlich gefüttert hat ;)

 

Tiere waren und sind mein Leben. Im Kindesalter haben sie mir geholfen, meine Ängste in den Griff zu bekommen, trösteten und heilten meine Seele. Im Teenie alter halfen sie so über manchen Liebeskummer hinweg. Es gab schöne Momente und eben die, wenn es ihnen nicht gut ging. 

 

Ich redete mit ihnen...obwohl ich ihre Sprache nicht konnte...verstand ich sie.

Seit ich mit meinem Mann zusammen bin, gab es unsere Hundekinder. Eine tiefe Verbundenheit spürte ich zu ihnen. Seelen, die mich gefühlt über viele Leben hinweg begleiteten.

 

Irgendwie, war ich schon immer anders, was Tierliebe betraf. Ich definiere diese Liebe anders, als so mancher...ohne Urteil und wertfrei betrachtet. Wenn ein Tier in mein Leben kam, dann teilte es nicht nur sein Leben mit mir, sondern ich mit ihm. Die Verantwortung für das Wohlergehen lag mir immer am Herzen. Nicht nur, dass sie Essen bekommen, einen warmen Schlafplatz haben und genügend Auslauf. Sondern, das sie als Teil der Familie für mich integriert sind. So sage ich bewusst, meine "Hundekinder". Dem ein oder anderen huscht dabei ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich sage "dieses Wochenende kann ich nicht, weil es meinem Hund zurzeit nicht so gut geht" oder " mein Hund darf entscheiden, welchen Weg er heute gehen mag". Mein Mann und ich planen mit unseren Tieren. Es wird keinen Tag geben, wo wir unerwartet vor einem Termin stehen und unsere Tiere nicht von uns betreut sind. Urlaub, wird nur gemeinsam gemacht und eben alles was mit dem Auto befahrbar ist. Wer mich besuchen kommt, wird kein steriles Haus finden mit schicken Designermöbeln, sondern eine Couch mit kuscheligen Decken belagert. Auf dem glatten Boden rutschfeste Hundedecken, damit der Ältere von Arthrose geplagte Hundebub nicht ausrutscht. Spielsachen auf dem Boden verteilt, die das Hundeherz nicht höher schlagen lassen. Verschiedene Liegeplätze, so wie es jeder gerne hat.

 

Und ja, ich teile MEIN Bett mit ihnen und liebe ihre Hundenasen in meinem Gesicht!

 

Die Liebe zu den Tieren, hat mich demütig werden lassen, bewusster, achtsamer und friedvoller. Beim Anblick eines Tieres, spüre ich wie mein Herz aufgeht. Die Empathie zu den Tieren meiner Klienten ist ebenfalls da. Ich fühle mit, tröste und versuche mein Bestes zu geben. Auch wenn der Weg vielleicht steinig ist und anders ausgehen mag als erhofft. So laufen mir bei meiner Arbeit auch Tränen über das Gesicht.

 

Wenn eins meiner Tiere krank ist, dann fühle ich ihren Schmerz. Loszulassen ist unendlich schwer, aus Angst sie eben gehen zu lassen. Auch wenn es ihr Weg und ihre eigene Entscheidung ist.

 

Ich sage meinen Hundekindern jeden Tag wie sehr ich sie liebe, atme den Geruch von ihrem Fell ein, knutsche sie ab, bedanke mich für jeden Tag und sage ihnen, dass ich mich auf Morgen freue. Keiner sagt mir was morgen ist, oft vergeht die Zeit zu schnell...mein Herz wird ganz weich, wenn ich meinen ergrauten Hundebuben sehe, doch laufen mir vor Freude die Tränen über das Gesicht, wenn er mit dem 8 Mon. jungem Hundemädchen spielt.

 

Mir fällt es schwer, Menschen zu begegnen, die beim Anblick eines Tieres nicht lächeln können und ich frage mich, welche tiefe Verletzungen wohl dahinterstecken mögen. Es macht mir Mühe, es wertfrei von außen zu betrachten. Doch weiß ich, dass meine gelebte Liebe, eben nicht die ihre ist. Sie vielleicht Angst vor der magischen Berührung eines Tieres in ihrem Herzen haben, weil es versteckte Wunden zum Vorschein bringen könnte.

 

Die Arbeit mit den Tieren, lässt mich oft still und leise werden, weil ich hier merke, wozu Menschen fähig sind, da sie selbst, diese tiefe Liebe nie empfinden durften und zu viel Schmerz in ihnen selbst feststeckt.

 

Heute weiß ich, meine Tiere, aus diesen und anderen Leben, haben mich auf diesen Weg gebracht. Wenn ich den schamanischen Weg gehe, dann gehe ich den Weg in einer Einheit mit Mutter Erde und all ihren Wesen...ich gehe den Weg, meines Herzens.

 

Wenn ich sage, ich liebe Tiere, dann meine ich...ich fühle sie in meinem Herzen und komme mir dabei vor wie ein kleines Kind mit leuchtenden Augen...

 

"wenn Du mich in Dein Herz lässt, mit Allem was dazu gehört, dann werde ich Dir nicht nur zeigen was es heißt bedingungslos zu lieben...ich werde Dir helfen Deinen tiefen Schmerz zu heilen"

 

*Esteban