Der Glaube

Als Kind weiß ich noch, dass wir oft unterwegs waren. Mein Papa war sehr reiselustig, die Freizeit neben dem Berufsleben eh immer sehr knapp. Somit wurden die Feiertage genutzt, um die „Landsleute“ in ganz Deutschland zu besuchen. Da wurden dann oft zig Kilometer (was für mich als Kind unendlich schien) mit dem vollgepackten Auto gefahren. Ich war glaub ich 4 Jahre oder so, wir an Ostern mal wieder unterwegs.

 

Natürlich hatte ich Angst, ob der Osterhase mich denn auch findet, denn er wusste ja nicht, dass ich gerade jetzt nicht Zuhause bin. Mir ging es so gar nicht um Geschenke, denn die gab es früher nicht. Es gab Kekse, natürlich frisch vom Osterhasen gebacken und angemalt 😉 Schokoeier und bunte hart gekochte Eier.

 

Mir ging es nur darum, dass wir alle was gemeinsam gemacht haben, dass gemeinsame Suchen, das Miteinander und die Freude daran, dass jemand etwas für mich macht. Nun, an diesem Ostern war alles anders. Allein die Sorge, ob der Osterhase weiß, dass ich nicht Zuhause bin. So hinterließ ich ihm einen Brief, in der Hoffnung, er vergisst mich nicht. Im Auto erzählte ich schon immer von dem Osterhasen, meine älteren Geschwister habe ich bestimmt damit genervt, aber sie versicherten mir, dass er mich auch dort finden wird.

Dort angekommen, hielt ich natürlich mit meiner Freude nicht inne und erzählte dem damals 10-jährigen Junge, dass ich dem Osterhasen einen Briefhinterließ. Er meinte, ich solle mal mitkommen, er würde mir was verraten. So flüsterte er mir ins Ohr, dass es den Osterhasen gar nicht gibt und ich blöd wäre, noch daran zu glauben. Für meinen Teil zerstörte er etwas…den Glauben an etwas, was es scheinbar gar nicht gibt. Die kindliche Vorfreude, die ich damals in mir empfunden habe, dass da jemand extra für mich backt und an Ostern etwas für mich versteckt.

 

Als 4-jährige war ich traurig und enttäuscht. Seltsam ist, dass ich immer an Ostern an die Geschichte denke. Nicht weil ich enttäuscht bin, ob der Osterhase wirklich lebt, doch wie oft zerstören wir anderen den Glauben an etwas.

 

Als Kind war der Glaube an bestimmte Wesen für mich etwas, wo ich mich hinträumen durfte. Da gibt es „versteckte“ Wesen, die daran beteiligt sind, die Welt ein wenig heller und freundlicher zumachen.

 

Durch meinen schamanischen Weg sehe ich in den anderen Welten vieles, sicherlich ist mir der Osterhase dort noch nicht begegnet😉, aber der Glaube an die Wesen, die mit dem menschlichen Augen in der realen Welt nicht sichtbar sind. Durch meine Arbeit, meine Tiere und mein Leben, habe ich den Glauben wiedergefunden, an Dinge zu glauben, die man nicht greifen kann…

 

Vor Jahren habe ich den Film „Die Hüter des Lichts“ angeschaut, ein Zeichentrickfilm. Das erinnert mich immer wieder daran…

 

Frohe Osterfeiertage und wenn der Osterhase bei Euch vorbei kommt, dürft ihr ihn gerne weiterschicken zu mir <3

 

 

Nadia

 

„Verliere nie den Glauben an etwas, möge es für die Anderen noch so unwahrscheinlich sein“

 

*Daiva*