Seelenverbindung

Benennen wir nicht immer so die Verbindung zu einem Tier, was ganz tief unser Herz trifft und selbst nach vielen Jahren des Abschieds uns mit einem Tränchen an es erinnert?

 

Der Ansicht war ich auch sehr lange Zeit, bis mir bewusst geworden ist, dass ich mich jedem neuen Zauber versperre.

 

Wenn wir uns zurückerinnern, welches Tier uns von Kindesbeinen begleitete, vielleicht mit uns aufgewachsen ist, ein Stück des Weges an unserer Seite war und oft den Schmerz großer Herausforderungen geheilt hat, dann ist das natürlich eine unwahrscheinliche Verbindung, die so schnell keiner ersetzen kann.

 

Aber, wollen wir denn, dass sie jemand oder etwas ersetzt? Wollen wir nicht, dass diese Verbindung einzigartig bleibt für diesen einen Moment? Haben wir in unserem Leben nicht die Möglichkeit, jedes Mal auf Neue so in der Art eine ähnliche Verbindung eingehen zu können.

 

Gerne möchte ich von meinen Verbindungen sprechen, um dir einen kleinen Einblick darin zu geben, was ich damit meine. Ich bin mit Katzen aufgewachsen, so schien mir, war jede Katze in meiner Kindheit dafür da, einen von uns intensiver zu begleiten. Jeder von uns hatte so seinen Liebling, der bei ihm parkte, ihn auf Schritt und Tritt begleitete und ebenso, unsere tiefsten Ängste und Geheimnisse mit sich trug. Aber dennoch, schätzten wir alle und liebten sie ebenso. So kam damals als ich 3-Jahre alt war ein Kater in unsere Familie. Pingo, so nannten wir ihn, war sehr klein und dreckig. Ein Katerchen von der Straße, voller Würmer und Flöhe. Da wir damals bereits 5 Katzen hatten, wollten meine Eltern ihn nicht behalten. Ich bat darum, dass er bleiben darf, lag wohl daran, dass ich am liebsten einen Zoo gehabt hätte. Meine Mutter meinte „nur, wenn Du aufhörst zu stottern, dann darf er bleiben“

 

Vom einen Tag auf den anderen hörte ich das Stottern auf und Pingo blieb (obwohl er wahrscheinlich auch so hätte bleiben dürfen;)). Pingo begleitete mich durch meine ganze Kindheit, durch die Jugend und über viele Höhen und Tiefen hinweg, als ich 20-Jahre alt war, ließ ich ihn schweren Herzens in meinen Armen gehen. Lange litt ich unter seinem Verlust. Er war ein sehr eigensinniger Kater aber unwahrscheinlich liebevoll. Als ich mit 24 von Zuhause auszog, vermisste ich die Katzen sehr, die natürlich bei meiner Mutter blieben, weil sie dort in das Rudel gehörten.

 

Als ich 26 Jahre alt war, beschlossen mein Mann und ich einen Hund in unser Leben zu lassen. Baxter, auch er begleitete mich durch emotionale und gesundheitliche Krisen, transformierte meinen Schmerz, schenkte mir Heilung und heilte in vielen Momenten des Zweifels mein Herz. Er fing früh an, mich auf den Weg zu bringen, der jetzt meine Berufung ist. Ebenso begleiteten wir ihn, auf seinem Weg, trugen ihn in schweren Zeiten, wie er es einst mit mir machte und als der Tag des Abschieds nahte, wechselte er sanft und liebevoll in unseren Armen die Ebenen.

 

Meiner Ansicht nach viel zu früh und ich fühlte mich ungerecht behandelt, verschloss mein Herz, weil er schließlich den einzigen Platz in meinem Herzen einnahm. Denn zwischen uns passte einst kein Blatt Papier, wo die Entfernung plötzlich so weit war und das Fühlen nicht mehr möglich. Noch heute weiß ich wie der Geruch hinter seinen Ohren war.

 

Doch, da gab es ja noch Esteban, unseren zweiten Hund, der in unser Leben kam, wo Baxter 3 war. Esteban war zu dem Zeitpunkt 6-Jahre als Baxter ging. Er war von der Art ein kleiner Kobold, scherrte sich um nix und hatte nur Quatsch im Kopf, spielte immer die zweite Rolle, weil Baxter die Führung übernahm. Auf Bildern stellte er sich selbst immer ein Stück entfernt. Sorgen machte ich mir nie welche um ihn, weil er auch nie krank war oder besondere Bedürfnisse hatte. Das Einzige was immer war, er versuchte alles vorzüglich zu machen, um mir zu gefallen. Als Baxter ging, liefen Esteban und ich 6 Monate nebeneinander her. Er zeigte kein Interesse an mir und ich fühlte mich wieder einmal ungerecht behandelt. Jetzt, wo er doch den Platz einnehmen könnte, meidet er mich. Plötzlich wurde er krank, entwickelte Allergien und ständig war irgendwas anderes.

Dann kam ich zu einer Tierkommunikatorin, die ich als erstes um ein Gespräch mit Baxter bat. Das war übrigens, mein aller erster Kontakt zu jemanden der mit Tieren spricht. Sie erzählte mir Dinge, die nur Baxter wusste. Ebenso gab er hinweise zu Esteban, ließ die Tierkommunikatorin fühlen, wie sich Esteban im Moment fühlte. So bat ich sie mit ihm zu reden, erzählte ihr nichts von Krankheiten oder von dem Zusammenleben insgesamt. Als ich das Gespräch dann als Protokoll in den Händen hielt, liefen mir nur die Tränen, er war mit seinen 6-Jahren komplett haltlos, hatte keinen Plan und war mit all dem ebenso überfordert, wie ich es war.

 

Dennoch war mir nie wirklich möglich den Zugang zu finden, weil ich es im Herz nicht wirklich spürte was ich eigentlich falsch gemacht habe. Ja, ich sagte ihm, wie sehr ich ihn liebe, machte stundenlange Spaziergänge, spielte und schmuste mit ihm, aber wohl war ich nie wirklich ganz bei ihm. Seine Krankheiten wurden heftiger, er konnte zweitweise vorne nicht mehr auftreten und die Klinik hat nach all den Untersuchungen keinen wirklichen Rat gehabt. Dann ging ich wieder einen anderen Weg, den, den man mit dem bloßen Auge nicht sieht und es keine Erklärungen für gibt. Ich bekam die Antwort: „es ist sein geistiges Wachstum, er darf in die Rolle reinwachsen wie Du eben auch. Verantwortung zu übernehmen, eine andere Position einzunehmen, bedeutet Kraft“

 

Na super, dachte ich mir… aber was blieb mir anderes übrig als zu Vertrauen, denn Schulmedizinisch fand man ja nichts. Als ich dann so den ein oder anderen Weg einschlug, kamen wir auf eine Herzensarbeit. Sie sagte mir, dass dort ein Schloss vor sei, kein Eindringen möglich. Dann erzählte ich ihr ein wenig von Esteban und bat sie um Hilfe. Als ich dann in Trance mit ihr daran arbeitete, sah ich, wie mein Herz aus nur einem ersten Platz bestand. Auf diesem thronte Baxter, weit und breit war nichts zu sehen. Sie fragte mich, wie ich dazu komme. Ich erzählte ihr von ihm und was wir zusammen erlebten und auch, dass es doch nur den Einen geben kann, der einem immer tief im Herzen bleibt. Doch als ich das aussprach wurde mir etwas klar… Esteban sagte bei dieser Arbeit damals zu mir „ich bin nicht mehr bereit, nur die zweite Rolle in Deinem Leben einzunehmen. Ständig um Deine Gunst und Liebe kämpfen zu müssen, macht mich müde“…

 

Mein Herz krampfte sich, vor Schmerz, vor Schuld und Verzweiflung Es gibt nur den Einen, dessen Licht ich sah, weil ich keinem anderen die Chance gab, mir nur annähernd zu zeigen, welch Zauber er in sich trug.

 

Zum einen auch aus Angst, nochmal ein Tier so nah an mich ran zu lassen und es dann ebenso so schmerzhaft wird, wenn er geht. Ich wollte diesen Schmerz des Verlustes nicht nochmal fühlen und verschloss mich für die Liebe, die ein anderer in sich trug.

Damals schmiss ich Baxter nicht vom ersten Platz, ich machte aus meinem Herzen einen einzigen ersten Platz und stellte dort auch Esteban drauf. Ich hatte ein Bild vor Augen, wo ich meinen Mann mit beiden Hunden im Arm fotografiert habe, dieses stellte ich auf den einen ersten Platz und ließ die Platzierungen grundsätzlich verschwinden.

 

Lange war ich nicht bereit, je einen zweiten Hund einziehen zu lassen. Weil ich Angst hatte, ich würde es nicht schaffen, dieses Bild aufrecht zu erhalten. Es war auch viel Arbeit an mir und an meinen Emotionen. Immer wieder überprüfte ich das Bild. Mein Hundebub und ich lernten uns neu kennen, obwohl wir uns doch bereits kannten. Vertrauten einander und ich lernte langsam sein Licht zu entdecken, seine Eigenarten und seine verrückte Art lieben zu lernen. Ich half ihm ebenso, seine Konflikte, die dadurch entstanden sind, heilen zu lassen.

 

Nach 4 Jahren, nach Baxters Tod, kam von Esteban der Wunsch, dass er gerne eine Begleitung hätte. So machte ich mir im Voraus schon viel zu viele Gedanken, ob ich dem Gerecht werden kann. Früher hatte ich immer Stress, hatte ich die Zeit mit dem einen, wollte ich sofort dem anderen genau das gleiche geben, damit sich keiner benachteiligt fühlt. Das bemängelte Esteban, wenn ich sagte „aber ich habe Dich doch genauso lieb gehabt“ dann kam „ja, aber nicht aus dem heraus, dass Du voll und ganz bei mir warst, sondern aus dem Gefühl des schlechten Gewissens“.

 

Daiva zog ein und nahm mich sofort voll und ganz in Anspruch, aber ich spürte, dass sich bei mir etwas verändert hat. Sie nahm neben Esteban ihren ersten Platz ein und mir wurde bewusst, dass ich mit jedem von ihnen etwas Tiefes verbinde. Ich knüpfe mit jedem meiner Tiere das Band der Liebe, die Knoten, die sich darin zeigen, symbolisieren das, was ich mit jedem einzelnen Lernen darf und an welcher Stelle sie mein Herz berühren. Jeder auf seine Art bringt mich mit seinen Macken zum Lachen, berührt mein Herz und lässt mich Zuhause ankommen. Ich vergleiche nicht mehr, trauere den alten Zeiten nicht nach und frag mich, was wäre, wenn…

 

Ich weiß, Esteban war eben in der Vergangenheit genau dafür da, um mich das in meinem Leben lernen zu lassen. Zu lernen, wie man sein Herz öffnen kann und sich auf den Zauber jedes einzelnen einzulassen. Zu lernen, dass es keine Plätze gibt, sondern das Herz groß genug und offen für viele Verbindungen im Leben sein kann. Wie er mich auch jetzt noch vieles mehr lernen lässt und mein Herz auf sanfte Weise berührt.

 

Ich genieße die Zeit mit jedem einzelnen von meinen beiden zwei, so intensiv, das mein Herz bei ihrer Liebe fast vor Glück zerspringt.

 

Kürzlich in der Klinik sagte eine Ärztin zu Esteban „Du bist ein Seelenhund, nicht wahr“ Diese Worte berührten mein Herz und es wurde bestätigt, was ich schon lange wusste…ja, er ist mein Seelenbub, einer davon und wie Daiva eben mein Seelenmädchen ist.

 

 

„Vergebe Dein Herz nicht nur für den Einen, denn so vieles bleibt Dir dadurch verwehrt“

 

*Esteban

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