Wie die Pusteblume in mein Logo kam...

 

Baxter war der Anfang von allem❤️

 

Baxter war unser erster Hundebub, als er in unser Leben kam, veränderte er einfach alles. Früher war ich überhaupt kein Hundemensch. Ich liebte sicherlich Tiere sehr, aber Hunde waren mir suspekt und vor den großen Hunden, hatte ich auch ein wenig Respekt. Mit den ruhigen und lieben Hunden konnte ich schon etwas anfangen, aber ich war durch und durch ein Katzenmensch. Ich wollte unbedingt ein Haustier, da ich mit Katzen aufgewachsen bin, war das natürlich meine Wahl. Mein Mann allerdings meinte, dass man in der Dachgeschosswohnung keine Katze halten kann, weil sie eben Freilauf benötigt, womit er ja auch Recht hatte.

 

Somit fiel der Entschluss, es kommt ein Hund ins Leben.

 

Bevor der Hund ins Leben kam, stellte ich Regeln auf… Der Hund darf nicht ins Bett und bekommt nichts vom Tisch, das waren zwei der Regeln, die mir wichtig waren…😏

Nachdem der Züchter ausfindig gemacht wurde und wir uns vorgestellt haben, bekamen wir die Zusage, dass wir bei dem nächsten Wurf einen Hund haben dürfen. Was aber ca. ein Jahr dauern würde.

 

Nachdem wir dann die Familie und Freunde von uns involviert haben, war der Widerhall irgendwie alles andere als freundlich.

 

Viele kamen natürlich mit dem Thema Verantwortung, weil so ein junges Paar wie wir es waren (24 und 26), weiß doch schließlich noch gar nicht, was es heißt Verantwortung für alles zu tragen…

 

Ein Hund verbaut einem das Leben, er nimmt die Freizeit komplett in Anspruch, Urlaub ist nicht mehr so möglich wie ohne Hund, kostet Geld und Zeit, was neben der Arbeit natürlich gut organisiert gehört, macht viel Dreck und und und…

 

Mit so viel „negativen“ Worten hätten wir irgendwie nicht gerechnet und ja, wir kamen ins Zweifeln. Aber nicht, weil wir der Verantwortung nicht bewusst waren, sondern weil wir Angst hatten, ob wir das tatsächlich schaffen, so ganz allein, dadurch haben wir kalte Füße bekommen. Wir ließen uns von anderen und deren Meinungen leiten und sagten ab. Dennoch sagte irgendwas in uns, dass wir ihn haben wollen und baten die Züchter um Entschuldigung und erklärten ihr, wie sehnlichst unser Wunsch nach einem Welpen ist. Gott sei Dank, nahm sie das alles an. Da sie im gleichen Alter war und ebenso mit ihrem ersten Hund sich diesen sehnlichen Wunsch erfüllte, verstand sie uns so gut.

 

Nach Info der Züchterin, das die Hündin nun gedeckt worden sei und der Ultraschall einige Welpen zeigen würde, machten wir uns los…teilweise kam ich mir vor, als würden wir unser eigenes Baby erwarten.

 

Es wurde eingekauft, was nur ging. Körbchen für den Hund (der ja schließlich nicht ins Bett darf), Box um den Welpen nachts einzusperren, damit er meldet, wenn er Pippi muss, Decken in allen Formen und Farben, für die Couch und das Auto, Hundehalsband für jedes Alter, Geschirr, Spielsachen und natürlich Unmengen an Hundekekse, aber alles von einem namenhaften Versandhandel (der wahrscheinlich heute noch von unseren Investitionen profitiert).

 

Wir kamen richtig in den Shoppingwahn, obwohl der kleine Mann noch nicht mal geboren war. Hundeschule wurde ausfindig gemacht und sich informiert, wann man das erste Mal dorthin gehen muss, alles war organsiert und durchgeplant. Lektüre über Hunde und Hundeerziehung, Tricks und Kommandos (die übrigens gar nix gebracht hat, weil er seinen eigenen Kopf hatte).

 

Wir hatten 3 Namen zur Auswahl und knobelten, ob es Buzz, Balu oder Baxter-Degit werden soll. Eigentlich wollten wir, dass er Degit heißt. Die Züchter hatten aber Baxter favorisiert, weshalb er mit Abgabe schon einzigartig auf seinen Namen Baxter hören konnte. Selbst, wer von uns beiden den Kaufvertrag unterschreibt, das knobelten wir aus, weil wir nicht verheiratet waren, konnte das nur einer von uns beiden

 

Da wir beide noch sehr jung waren und wirklich wenig Geld hatten, haben wir in der Winterzeit an den Wochenenden im Ski-Verleih gearbeitet und alles für ihn zusammengespart. Urlaub war bereits geplant, wer wann die ersten Wochen macht, Überstunden hing ich an meinen Urlaub dran um 6 Wochen am Stück da zu sein, danach nahm sich Lars 4 Wochen Urlaub. Selbst die Zeit danach, wenn ich wieder in die Arbeit muss, war geplant. Ich erklärte meinem Chef, dass ich zukünftig meine Mittagspausen zuhause mache, um mit meinem Hund Gassi zu gehen. Ich wusste, dass die Zeit vor und nach der Arbeit ausschließlich ihm in Zukunft gewidmet ist.

 

Dann war es soweit, am 13.03.2004 bekamen wir die Info, die Welpen sind auf der Welt und in 3 Wochen, dürften wir das erste Mal zu Besuch kommen Der Hund zog uns bereits ab dem ersten Besuch in seinen Bann, wir besuchten ihn 2x in der Woche, verbrachten Stunden mit und bei ihm und konnten uns kaum trennen. Den Tag, bis wir ihn zu uns holen dürfen, erwarteten wir mit Sehnsucht.

 

Die Heimfahrt dauerte nur eine ¾ Std. wir hielten aber mehrfach an, weil er quengelte und wir das nicht deuten konnten ob er Pippi muss oder eigentlich nur „Heimweh“ nach der Mama hatte. Zuhause angekommen, war alles noch ein wenig unruhig, er kuschelte viel und war sehr anhänglich. Pippi machen, machte er nur auf dem Grünstreifen vor dem Haus, es musste viel gelobt werden und es gab immer ein kleines Freudentänzchen. Wir schliefen mit Jogginghosen und die Hausschuhe standen an der Tür, damit wir schnell reagieren konnten. Wohnten ja schließlich in einer Dachwohnung, einen Welpen der dringend „muss“ etliche Etagen runter zu tragen, da musste es zügig gehen. Die Mitbewohner in dem Mehrfamilienhaus, waren auch immer voller Freude und sehr angetan von unserem Freudentänzchen, vor allem, wenn der Welpe nachts um 3Uhr Pippi musste. So begrüßte uns eines Morgens die Nachbarin mit dem Satz „prima hast Du Pippi gemacht, feiner Bub“.

 

Die Treppen trugen wir ihn übrigens bis zu einem Jahr runter, weil wir hörten, dass es auf die Gelenke gehen kann. Mit zunehmenden Gewicht seinerseits, ersparte ich mir somit regelmäßig das Fitnessstudio. Der Bub genoss es dann auch im späteren Alter, es gerne mal anzunehmen, die Treppen getragen zu werden und hüpfte förmlich mit seinen sachten 32kg auf den Arm, bevor man noch die erste Stufe erreichte.

 

Wenn der Bub schlief, nörgelte und grummelte er. Nicht zu hell darf es sein, zu laut bitte auch nicht. So flüsterten wir am Abend beim Fernsehschauen, dimmten das Licht und stellten den Fernseher auf ganz leise. Wir wollten ja schließlich den kleinen Mann nicht in seinem Schlaf stören.

 

„Schatz, nicht so laut, Baxter möchte schlafen“ da schmunzeln wir heute noch drüber.

 

Die ersten Spaziergänge, brachten wir ihm alles näher, was ein Welpe so nicht kennt. Er rannte über Löwenzahnwiesen und hatte immer ganz gelbe Pfötchen, als es dann später Pusteblumen waren, biss er immer in jede rein und musste niesen. Er hatte ein Fabel dafür und machte dies mit großer Freude, dass er auch ja jede einzelne vor seinen Pfoten erwischte.

 

Baxter war der Anfang von allem, dass ich plötzlich Hundemama war und bin, dies durch und durch mit allen Fasern meines Seins. Er veränderte ab dem ersten Tag unser Leben komplett. Dinge, die mir vorher wichtig waren, waren plötzlich unwichtig. Er lernte uns, was es heißt, echte Freunde zu haben. Sich selbst wichtig zu nehmen, bei sich anzukommen und für keinen zu funktionieren. Das allein zu sein, nicht unbedingt heißt einsam zu sein. Nicht alles zu glauben, was einem erzählt wird und zu unterscheiden, was gut und böse heißt. Auf meine Intuition zu hören und diese auch klar zu vertreten. Ich lernte Menschen beim Gassi gehen kennen, die spirituell waren und wurde daran erinnert, was in mir steckt. Mit seinen Krankheiten brauchte er unsere kompletten Ersparnisse auf, weil er es uns einfach wert war und es uns am Herzen lag, dass es ihm gut ging. Sätze, wie „kauft euch doch lieber einen neuen Hund, der ist günstiger“ trafen uns zwar, öffneten uns aber auch die Augen über so gewissen Ansichten mancher Menschen.

 

Er lehrte mich, dieses tiefe Wissen, über sämtliche Krankheiten. Machte mich zu einem Ernährungsspezialisten, was Hundeernährung angeht. Brachte mich der Homöopathie und Naturheilmittel näher. Lehrte mich geduldig zu sein, weil er einen verdammten harten Sturkopf hatte. Zeigte mir, was mentale Verbundenheit heißt. Schärfte meine Sinne, nicht alles zu glauben und gerne mal zu hinterfragen. Erklärte mir, dass es auch andere Wege gibt um zu seinem Ziel zu gelangen. Man auch mal albern sein darf und es egal ist, was andere von einem denken. Bewies uns, dass alles möglich ist und unser Leitsatz „es gibt nichts, was es nicht gibt“ begleitet mich bis heute.

 

Die Liebe die er in uns weckte, die Kraft vieles durchzustehen und ihn durch das Leben zu tragen. Im Sinne von, aus Liebe auf vieles zu verzichten, weil es eben so ist, ohne nur einmal darüber nachzudenken. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, was ich alles tragen kann.

 

Das man Pläne und Prinzipen auch mal über den Haufen werfen kann, um neues auszuprobieren (nur wenige Wochen nach seinem Einzug, schlief er übrigens im Bett in meinem Arm 😉)

 

Eines Tages fuhren wir mal wieder zum Tierarzt und ich hörte das Lied „was wir alleine nicht schaffen, dass schaffen wir dann zusammen“ ich schaute in seine Augen und spürte seinen Blick, der mein Herz berührte und ja, so war und ist es, bis heute…was wir alleine nicht schaffen, dass schaffen wir dann zusammen.

 

Er riss die Mauern ein, die ich um mein Herz gebaut habe. Brachte mir bei, mich meinen Ängsten zu stellen und füllte mein Herz durch und durch mit Liebe auf. Jeden Tag seines Lebens, erhellte er unsere Tage mit Liebe und Freude. Diese Tage, ließen die Tage wo wir Angst und Sorge hatten, heller erscheinen. An jeden einzelnen Tag mit ihm, können wir uns erinnern, bis zum Schluss. Es ist ein Album voller Bilder in unserem Kopf abgespeichert. Bilder, die nie verblassen.

 

Meine Emotionen zu leben und das ich nicht immer stark sein muss und Tränen keine Schwäche sind. Man durchaus auch mal mit Plan B im Leben weiterkommt und nicht immer einen Plan A haben muss. Spontan zu sein und mal richtig dummes Zeug zu machen. Baxter entschleunigte mich, wenn ich mal wieder auf 180 war, er war mein Ruhepol, meine Insel, die mich zu meinem Inneren führte. Wenn ich heimkam und es mir emotional oder körperlich nicht gut ging, dann legte er sich zu mir, auf mich drauf…stundenlang, es schien, als würde er meine Energien transformieren, bis es mir gut ging und ich entspannte.

 

Als ich merkte, dass seine Lebenszeit dem Ende naht, wollte ich seinen eigenen Pfoten Abdruck haben, bei unserem letzten Strandurlaub funktionierte das leider nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. So ein Fabel für Tierpfoten hatte ich aber eigentlich schon immer. Nun gut, Salzteig, war bei 2 verfressenen Hunden auch so keine gute Idee. Ich suchte im Internet, fand aber nichts, was mir wirklich zusagte. Dann kam ich zu FOYA Schmuckdesign, Katja gestaltete mir die Anhänger meiner beiden Buben mit dessen Pfoten Abdrücken. Ich erzählte ihr, dass ich irgendwann mal, wenn Baxter geht, ein Armband mit Geburts- und Sterbedatum haben möchte und einem Sternchen.

 

Nur wenige Monate danach war es leider soweit. Katja schickte mir dann ein Bild von dem Armband und was sie nicht wusste, was ich mit Pusteblumen verbinde. Das Armband lag neben einer Pusteblume auf einem Stein. Mir schossen die Bilder in den Kopf, von unserem kleinen Habibi Bub, der über Löwenzahnwiesen rennt und in Pusteblumen beißt.

 

Ein Jahr nach seinem Tod gründete ich Soul-Communication und mir war klar, eine Pusteblume wird in meinem Logo sein. Baxter war der Anfang von allem, dass ich nun zwei Hundekinder habe, meinen Weg gegangen bin und Soul Communication gegründet habe und vor allem, nie aufgeben werde, das war mein Versprechen an ihn.

 

Die Pusteblume symbolisiert das Loslassen, wie auch die Vergänglichkeit, doch ebenso steht sie als Symbol des Neubeginns. Die kleinen Fallschirmchen der Pusteblume werden in alle Winde verstreut, und verwurzeln sich tief. Ebenso wie eine geliebte Seele, wenn sie von uns geht, ihre Erinnerungen in unserem Herzen verwurzelt und so immer ein Stück bei uns bleibt

 

All das, was ich mit meiner Arbeit bezwecken möchte, das loslassen alter Glaubenssätze und Konflikte. Neubeginn mit einer Leichtigkeit in tiefer Verwurzelung….

 

Baxter hätte morgen seinen 15´ten Geburtstag, etwas über einen Monat nach seinem neunten Lebensjahr, verließ er diese Ebene. Ich denke oft an ihn, er begleitet mich bei meiner Arbeit und zaubert mir ein Lächeln in mein Gesicht. Ja, ich vermisse ihn, nicht weil die anderen beiden nicht genug sind… sondern weil Baxter der Anfang von allem war❤️✨