Vertrauen...welchen Wert lebst du

 das stille Abkommen....

 

Wie ist das für Dich, wem oder was, vertraust Du Dich mit Deinen Problemen an?

 

Wo weißt Du, dass Du Dich zu 100% „nackig“ machen kannst, ohne letztlich das „Gespräch“ zu sein?

 

Ich möchte bei mir beginnen?

 

Mit 14 Jahren wurde ich ja aus meinem kompletten Umfeld in ein ganz anderes gesteckt, von da ab, veränderte sich meine Welt, etwas in mir starb, da ich nicht mehr das bekam, was mir vertraut war. Vorher hatte ich Freunde und Sandkastenfreundinnen. Wir hockten zusammen, machten Blödsinn und erzählten uns das, was uns beschäftigt …Schule, Jungskram, Ungerechtigkeiten unserer Eltern, so wie wir es wahrnahmen. Dann bei mir der Cut…zack neues Umfeld. Keine Annahme, weil einfach schlechte Kombination für die falsche Umgebung. Kein Rückhalt, der in diesem Moment so wichtig gewesen wäre.

 

Letztlich kamen zu meinen eigenen familiären Mustern, noch die Muster im Außen dazu. Dann nähert man sich an, findet wen, tastet sich ran und traut sich mal zu trauen. Am nächsten Tag dann, kommt man in die Schule und alle tuscheln und einer erhebt sich, kommt zu Dir und haut Dir das auf den Tisch, was Du im Vertrauen einer anderen Person gesagt hast…ja, Teeniekram könnte man jetzt hier sagen oder einer dieser amerikanischen Collegefilme, wo das hässliche Entlein am Ende zum Schulballstar wird. Was wäre ich dankbar gewesen, wenn es letztlich nur ein Film gewesen wäre.

 

Irgendwie zog sich das so weiter…man vertraut was Stilles, Geheimes an, egal ob in der Familie, Kollegen, „Freunden“, zack….bringt es jemand anderes, der darin gar nicht vertraut war, auf den Tisch. Für mich jedes Mal ein Schlag unter die Gürtellinie.

 

Mit 24 Jahren bin ich damals zu einer Kinesiologin gekommen, um meine „kindlichen traumatischen Konflikte“ aufzuarbeiten, weil mir bewusst war, nur so kann ich gestärkt raus gehen, wenn ich die alten Verletzungen und Glaubenssätze hinter mir lassen kann. Später erfuhr ich, dass meine Themen, die ich allein mit ihr bearbeitet habe, weitergetragen wurden…zu Kollegen, Familie und zu meinem Mann. Alles wurde brühwarm erzählt und belächelt. Zack…wieder ein wenig die Illusion genommen, wenn schon bei angeblichen „seriösen Therapeuten“ dieser Ethikcode missachtet wird. 

Ich habe in meiner Praxis Ehepaare, Geschwister, Familien, Unternehmer, Kollegen, Freunde, Bekannte und Bewohner aus dem Dorf. Für mich war es höchste Priorität, verschwiegen zu sein. Ich kann doch nicht zu dem einen sagen „ach ja, das hat Dein Kollege mir schon erzählt, war ja klar, mit dem Konflikt, den er hat, konnte er das nur so aufnehmen“. Auch, wenn Schwestern bereit sind, sich bei mir zu öffnen, dann kann ich doch die Schwestern nicht gegeneinander austragen? Jeder hat für sich in dem Moment seine eigene Realität aus einem anderen Bewusstsein, hier gilt es „neutral“ zu sein, zwischen den Zeilen zu lesen und jeden dort abzuholen, wo er gerade steht. Sicherlich entsteht bei mir dann ein ganzes Bild, wenn ich eine komplette Familie im Mentoring habe, dennoch…ich hab nicht das Recht zu manipulieren, suggerieren oder den anderen in die Pfanne zu hauen.

 

Das eine bringt mein Job im therapeutischen Bereich mit, das andere, ist mein ganz eigener Wert.

 

Wenn ich mit meiner Freundin, die eine Straße weiter wohnt, Gassi gehe und sie mir was anvertraut, kann ich es nicht zwei Straßen weiter oder gar beim nächsten Gartenzaun Tratsch zum Thema machen. Das nennt man Respekt. Respekt und Verschwiegenheit, der in vielen Beziehungen des Miteinanders verloren gegangen ist und diese Werte, die seltener geworden sind.

 

Ich höre und erfahre viel, doch es bleibt stehts bei mir…verschlossen, wie in einem Tresor. Das ist ebenso meine Erwartung, an die Menschen, denen ich mich anvertraue…wurscht, ob Familie oder Freunde.

 

So ist es auch leider in vielen Familien, wenn man sich anvertraut mit einem großen Problem, damit meine ich jetzt nicht, dass man sich gestern ein paar Schuhe gekauft hat und ich mich für die falsche Farbe entschieden habe, sondern eine „intime Offenbarung“ dann hat es nicht weitergetragen zu werden, aber ebenso sollte dies SelbstVerständlich sein, dass ich mich öffnen darf, verletzbar zeigen darf, ohne auf die Schlachtbank geführt zu werden.

 

Da bröckelt was….da geht was kaputt, was man nie mehr wirklich herstellen kann. Wenn dies kontinuierlich uns stetig passiert, wird der Mensch dies nicht mehr gut machen können.

 

Ich kann das einfach nicht verstehen, ob im therapeutischen Sinne, im Freundes-, Bekanntenkreis oder in der Familie, wie man den anderen mit seinen Verletzungen einfach so in die Pfanne hauen kann, ohne je ein schlechtes Gewissen zu haben, den anderen reingesaut zu haben….das da, diese Werte einfach nicht existieren, ist für mich absolut unverständlich. Auch finde ich es absolut traurig, wenn jedes Mal das Gegenüber dazu sagen muss "das bleibt aber bitte unter uns"...um so schlimmer, wenn es dann doch beim nächsten Kaffetratsch oder in der WahtsApp Gruppe raus gehauen wird.

 

Es ist wie bei einem Hund, verprügele ich jeden Tag meinen Hund, wird er zwar bei mir bleiben, aber mit gewisser Vorsicht Abstand von mir nehmen, weil ich jedes Mal ein Stück des Vertrauen, was er in mich setzt, vernichte. Ich kann ihm jeden Tag mit guten Worten und tollen Leckerlies zeigen, dass ich es nicht so meinte und er mir vertrauen kann….doch skeptisch bleibt er weiterhin, wenn ich sein Vertrauen missbrauche….ich darf es mit Taten beweisen, mit meinem ganzen Sein/Leben ausstrahlen, bei meinem Wort bleiben …stets und immer….